Geschichte

Die Anfänge

des Dorfes an seinem heutigen Platz gehen in die sächsisch-fränkische Zeit zwischen 530 und 900 n. Chr. zurück. In urkundlichen Erwähnungen wird Räbke 1153 als Ridepe, 1225 als Redepe, 1333 als Rideppe und 1399 als Redepke erwähnt. Der damalige Ortsname basiert auf dem Begriff rid-apa, was Rietwasser bedeutete. Das Riet steht dabei für Riede, womit ein kleiner Bach gemeint ist. Wahrscheinlich basiert die Benennung auf der Schunter, die den Ort passiert und rund 1 km nach ihrer Quelle noch ein kleines Gewässer ist, allerdings mit einem beträchtlichen Gefälle.

Das Dorf war mit seinen landwirtschaftlichen Flächen von Anfang an zu größten Teilen in Besitz von Adel und Kirche (Bischof von Halberstadt, Burgherren von Warberg). Durch den Zerfall der Wüstungen am Elm und den Zuzug der so genannten Köter und Brinksitzer bildete sich schon im Mittelalter die heutige Struktur des Haufendorfes heraus. Weit über die Region hinaus bekannt wurde Räbke durch seine Wassermühlen an Schunter und Mühlengraben, in denen als Endprodukte Mehl, Senf und Papier erzeugt wurde. Sieben davon sind noch eindeutig zu identifizieren, die Achte ging nach den Wirren des Dreißigjährigen Krieges zwischen Räbke, Frellstedt und Warberg unter.

Räbke war im 18. und 19. Jahrhundert mit dem neu begründeten Gewerbezweig von Papiermühlen an der Schunter ein bedeutender Ort in der überregionalen Papierproduktion aus Lumpen. Das war auch durch der Nähe zur Universitätsstadt Helmstedt mit seinem erheblichen Papierbedarf für Bücher geschuldet. Anfang des 18. Jahrhunderts existierten am Ort vier Papiermühlen, mehr als irgendwo sonst im Bereich des heutigen Niedersachsens auf so engem Raum. Zweifellos haben wir es hier mit Niedersachsens altem Papiermacherdorf zu tun.

Die Bevölkerung stieg im Mittelalter zum ersten Mal stark an, nachdem drei Wüstungen an den Höhen des Elmes wegen Wassermangels verlassen werden mussten. Ein zweiter, vergleichbarer Anstieg geschah nach dem 2. Weltkrieg durch die Flüchtlingsströme aus Schlesien, Ostpreußen und dem Sudetenland. Das Dorf erreichte seine höchste Einwohnerzahl mit 1.266 Einwohnern. Nach einer ständigen Abwärtsentwicklung, bedingt durch Verstädterung der Bevölkerung und einen Rückgang der Arbeitsplätze im ländlichen, zonengrenznahen Bereich in Landwirtschaft, Handwerk und Handel, erreichte das Dorf über Jahre hinweg eine stabile Einwohnerzahl zwischen 650 und etwa 700. Allerdings erleben wir seit 5 Jahren eine Trendwende. Räbke blüht als Wohnort auf, ist im Umfeld der Ober- und Mittelzentren attraktiv geworden, nicht nur wegen der angemessenen Grundstückskosten und eines lebendigen kulturellen und sozialen Lebens (17 Vereine und Organisationen). Ein neues Baugebiet entstand 2018 „Am Bischofsberg“, junge Familien und Paare ziehen zu, die Geburtenrate steigt. Selbst im Kerndorf gibt es so gut wie keine Leerstände an Immobilien.

Trotz zweier „alter“ Neubausiedlungen (Am Heergarten/60er Jahre und Am Kirchberg/70-80er Jahre) ist das eigenständige Dorf, das seit 1970 zur Samtgemeinde Nordelm gehört, von der Bausubstanz her typisch agrarstrukturiert geblieben. Auch heute noch bestimmt die sächsisch-thüringische Gehöftform, der Vierseithof, das Ortsbild.

Am Westrand des Dorfes erstreckt sich seit 1981 eine Naherholungsanlage mit geheiztem Freibad, großzügig gestalteter Liegewiese, Schuntersee, Campingplatz, Minigolfplatz und Ferienhaussiedlung. Räbke wurde Fremdenverkehrsort 1. Priorität, was sich vor 1989 besonders durch den Zuzug und Wochenendaufenthalten von Berlinern und anderen Städtern zeigte. Heute leben hier etwa 100 Bürger mit erstem Wohnsitz.

Die Idylle des Dorfes ist nicht nur für die Einwohnerinnen und Einwohnern anziehend. In den vergangen Jahrzehnten war Räbke Kulisse mehrerer TV-Filme. Neben „Neues aus Uhlenbusch“ und dem Krimi „Eskalation“ wurde 2008 der Sat 1-Film „Böseckendorf – die Nacht, in der ein Dorf verschwand“ in Räbke gedreht.

Die mehrfachen erfolgreichen Teilnahmen am Dorfwettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ (früher „Unser Dorf soll schöner werden“) auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene den überregionalen Bekanntheitsgrad der Gemeinde und den Zusammenhalt in der Bevölkerung. Bereits im Jahr 2007 war Räbke unter den sechs Besten in Niedersachsen, im Jahre 2018 errangen die Räbker den Landessieg und stehen 2019 mit 29 weiteren Dörfern aus Deutschland im Wettbewerb um den Titel „Golddorf“.

Seit März 2019 ausgestattet mit einem eigenen Dorfleitbild und einer grafischen Leit-Linde, starten die Bewohner in eine neue Ära der Dorfentwicklung, unter dem Motto:

„Gemeinsam.Von uns.Für uns.“

C.L.

Räbke ist das Mühlendorf in Niedersachsen

Dem Autor des Bandes „Niedersächsische Mühlengeschichte“, Wilhelm Kleeberg, galt Räbke als „der interessanteste Mühlenort des Kreises Helmstedt ist Räbke, denn er hat heute noch sieben Wassermühlen. Sie wurden oder werden alle von der einst so wasserreichen, vom Elm kommenden Schunter angetrieben. Diese sieben Wassermühlen sind alle schon 1802 in der Geographisch Statistischen Beschreibung aufgeführt: Über dem Dorf eine Privatpapiermühle, eine Wassermühle mit Grützgang, die Kammer-Erbenzinsmühle ist, im Dorf drei Privatwassermühlen, eine Ölmühle, eine Papiermühle, ferner eine Roßölmühle.“

Der Schunterquelle am nächsten liegt in Räbke die Obermühle, einst von Mönchen zu St. Ludgeri Helmstedt als Papiermühle erbaut. Das jetzige Mühlenhaus dürfte seiner Bauart nach aus dem 16. Jahrhundert stammen, stellt Wilhelm Kleeberg in seinem Band Niedersächsische Mühlengeschichte aus dem Jahr 1979 fest. Ein einstmals oberschlächtige Wasserrad mit einem Durchmesser von sechs Metern erzeugte ein entsprechend großes Drehmoment, das bei ausreichender Wassermenge eine respektable Leistung erzielte. Die Gebäude wurden in den späten Jahren des letzten Jahrhunderts von dem Bauunternehmer Gustav Mölle wieder hergerichtet. Mühlentechnik ist allerdings nicht mehr vorhanden, denn nach Einstellung des Mühlenbetriebes durch die Pächterfamilie Kammel wurde die Technik entfernt, es war der damalige Zeitgeist.

Die Amtsmahlmühle ist die zweite Mühle „von oben“. Sie ist seit Sommer 2017 im Besitz von Dag Roleff. Diese obere Amtsmühle stellte in der Mitte des 20. Jahrhunderts ihren Mühlenbetrieb ein. Ende der sechziger Jahre wurden das marode Wasserrad und die Subsysteme entfernt. Noch in den zwanziger Jahren drehte sich das Mühlenrad als eine einfache Schrotmühle.

Die dritte Mühle am Schunterlauf ist die so genannte Mönchmühle, heute Hof Rosenblatt. Die älteste bekannte Urkunde über einen bestimmten Hof in Räbke aus dem Urkundenbuch des Hochstiftes Halberstadt sagt aus, „1205 war der Platz für die Mühle vom Halberstädter Bischof Konrad den Marientaler Mönchen auf ihre Veranlassung zu übergeben.“ Sofort nach dem Erwerb wird mit dem Mühlenbau begonnen. Die Malmühle wird auch als Reihehof mit der Größe eines Halbspännerhofes angegeben. Damit ist diese Mühle die älteste urkundlich erwähnte Mühle Räbkes.

Die vierte Mühle war als Ölmühle betrieben mitten im Dorf gelegen. Diese Mühle war die jüngste Mühlengründung im Dorf. Etwa zur gleichen Zeit bekam das Dorf auch seine beiden eigenen Backhäuser. Dies zeigt uns eine durchaus gute wirtschaftliche Situation in der Zeit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der Ölmühlenbetrieb dauerte von 1917 bis 1923, danach wurde sie bis in den zweiten Weltkrieg hinein als Schrot- und Häckselmühle betrieben.

Die fünfte, heute als Museumsmühle hergerichtete Wassermühle Liesebach wurde am 14. September 1236 als Erbenzinsmühle des Klosters St. Ludgeri in Betrieb genommen. Sie stellt damit eine der ältesten Mühlen des Dorfes Räbke dar. Der letzte Müller ließ nach Aufgabe der Mühle die Technik annähernd unverändert im Mühlengebäude, so dass sich die einmalige Gelegenheit ergab, die Mühle zu Schauzwecken wieder herzurichten. Hierzu gründete sich 2009 der Räbker Förderverein Mühle Liesebach e.V., der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Mühlenanlage zu restaurieren und instand zu halten. Das Mühlenrad und diverse Subsysteme der Mühlentechnik wie Stein- und Walzenmahlgänge können zu Schauzwecken wieder genutzt werden. Ein schöner Versammlungsraum steht auch für private Feiern offen. Jährlich besuchen um die 35 Gruppen die Mühlenanlage. In jedem zweiten Jahr findet eine große Veranstaltung zum Deutschen Mühlentag statt und der Förderverein lädt unterjährig zu diversen Veranstaltungen von Konzertabenden bis hin zur besinnlichen Adventsfeier.

Die sechste Mühle, die so genannte Mühle Prinzhorn, dient heute, am Braunschweiger Jakobsweg gelegen, als Pilgerherberge. Sie wurde ebenfalls als Mahl- und Schrotmühle genutzt und soll bereits 1228 von Mönchen erbaut worden sein.

Außerhalb Räbkes in Richtung Frellstedt liegt inmitten der Feldmark mit Hof Lampe die siebte Räbker Mühle mit sehr bewegter Geschichte. Der dreißigjährige Krieg und zwei große Feuer im 18. Jahrhundert verwüsteten das Anwesen, das dennoch immer wieder hergerichtet wurde. Diese Mühle war zunächst eine Papier-, später Ol- und schließlich Senfmühle und wurde wie alle anderen Räbker Mühlen in den 1950er Jahren stillgelegt, zur Zeit des großen Mühlensterbens, da industrielle Großmühlen die kleingewerblichen Mühlen verdrängten.

Dies war ein kurzer Abriss zur Räbker Mühlengeschichte. Es handelt sich dabei um einen Auszug der ausführlichen Darstellung zur Räbkes Mühlen, die auf der Internetpräsenz des Räbker Fördervereins Mühle Liesebach e.V. unter http://muehle-raebke.de/geschichte/ zu finden ist.

Noch in Vorbereitung

An dem Inhalt dieser Seite wird zur Zeit noch gearbeitet.

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