Thie-Platz: Die grobe Richtung ist vorgezeichnet

Breit angelegter Dialog mit allen gewünscht: Marcus Wagner, Landkreis Helmstedt (3.v.l.), gehört genauso dazu wie Bau- und Planungsausschuss und AK Dorfentwicklung-Fotos CL

Denkmalschutz und Archäologie hatten das Wort

Die Überlegungen zum Denkmal „Thie-Platz“ gehen in die nächste offizielle Phase. Zu Gast bei einem Vor-Ort-Termin waren am vergangenen Donnerstag (22.04.2021) vom Landkreis Helmstedt die Verantwortlichen für Denkmalschutz und Archäologie Marcus Wagner und Agathe Palka.

Im Kreis von Mitgliedern des Bau- und Planungsausschusses (BA) und vom Initiator AK Dorfentwicklung wurden ein möglicher gedachter Ablauf bis zum Pflanzen neuer Bäume und darüber hinaus, ein anzustrebender Zeitplan sowie die Grundlagen von Antragstellung und Förderungen diskutiert. Der BA wird in seiner nächsten/übernächsten Sitzung darüber beraten, erteilte aber schon mal den Auftrag an den AK Dorfentwicklung, die Vorarbeiten für eine denkmalrechtliche Genehmigung zu starten. Diese Projektunterlagen können gleichzeitig als Grundlage für Anträge auf finanzielle Förderungen bei unterschiedlichen Institutionen dienlich sein.

Wissenswertes zum Thie

  • der Thie ist Landschaftsschutzgebiet und Denkmal gem. § 3 des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes und liegt im „freien Gelände“
  • über die Kulturgeschichte des Platzes siehe HIER auf unserer Website (Text Dr. Monika Bernatzky); der Thie war kein Thing-Platz
  • 34 geschädigte Rosskastanien sollen an gleicher Stelle durch Winterlinden ersetzt werden
  • die 2 Eichen am Eingang und die 7 Linden auf der „Thie-Insel“ sind nicht betroffen
  • Grundsatz: Der ursprüngliche Charakter des Denkmals und seine ursprüngliche Nutzung müssen auch bei Neuanpflanzungen über Generationen erkennbar bleiben
  • im 21. Jahrhundert kaum vorstellbar, dass die Gemeinde Mitte der 1950er Jahre auf dem Thie eine Sporthalle errichten wollte
  • ein Baumgutachten aus dem Jahr 2015 – exemplarisch an 5 Rosskastanien erstellt – bezeichnet den Bestand als „vital“, allerdings mit gravierenden Verkehrssicherheitsproblemen, die regelmäßig einen massiven Kronenrückschnitt notwendig und das zeitliche Ende des Bestandes nur unwesentlich hinauszögern würden
  • eine denkmalfachliche Beratung aus dem Landesamt für Denkmalpflege in 2019 kam auch unter dem Eindruck des Miniermotten-Befalls zu dem Schluss, den gesamten Bestand mittelfristig zu erneuern (Vorschlag Bergahorn)
  • die Arbeiten auf dem Thie müssen durch die Kreisarchäologie (Agathe Palka) begleitet werden ( Fundstellen Jungsteinzeit; evtl. Dreißigjähriger Krieg)
Die beiden Hauptakteure auf dem Thie: Marcus Wagner (r.) und Agathe Palka. Dazu in der Mitte Thomas Pasemann (l.) und Carsten Seidel vom Bau- und Planungsausschuss als aufmerksame Zuhörer und Fragesteller

CL

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