Der Thie: Das Denkmal für die Nachwelt erhalten und weiterentwickeln

Aus der Räbker Leitlinde – Collage Annika Günther

Katharina Loof vom Helmstedter Sonntag, die mit ihrem Kollegen Dirk Fochler – im Auftrag der Helmstedter Nachrichten – als Vertreter der Medien beim Lokaltermin anwesend war, hatte präzise gezählt, wenn sie in ihrem Artikel in der Ausgabe vom 4. April 2012 und auf der dazugehörigen Website ausführte, dass der „Auftrieb“ an Räbker Bürgerinnen und Bürgern zum Lokaltermin mit Stefan Niegel, Untere Naturschutz- und Waldbehörde des Landkreises Helmstedt, groß war. Das war dem Anlass geschuldet, denn die 8 (ohne Presse) anwesenden Personen hatten sich inhaltlich, aber vor allen Dingen perspektivisch mit dem Thie als kleinstem Naturschutzgebiet des Landkreises und dem eben so verzeichneten Baudenkmal zu befassen.

Stefan Niegel, Carsten Seidel und Thomas Pasemann (v.r.n.l.): Den Thie und den Tie im Blick – Fotos CL

Ein äußerer Anlass zum intensiven Nachdenken besteht immer dann, wenn Geld fließen muss und über Kosten geredet wird. Die Gemeinde Räbke steckt im Schnitt der Jahre regelmäßig über 10.000 Euro in die professionelle Baumpflege für das gesamte Dorf und den Thie – nicht bezahlbarer ehrenamtlicher Einsatz in den unteren Regionen der Bäume einmal außen vor. Das ist gut eingesetztes Kapital, denn das Baumgrün als Teil des „Gesamtkunstwerkes“ Räbke mit seinem zweigeteilten Flusslauf und den Vierseithöfen möchte niemand missen. Obwohl wir für die Ursprünge des Ganzen nicht so viel können, nimmt jeder das häufig geäußerte Lob für unser Dorf gern entgegen. So soll es bitte bleiben, auch wenn es seinen Preis hat.

Aus diesen Gründen hat der Arbeitskreis Dorfentwicklung – in diesem Fall die Unterabteilung AG BLÜH – in Absprache mit dem Bau- und Planungsausschuss des Gemeinderates – den Kontakt zum Landkreis gesucht und nach längerer Wartephase auch eine Terminfixierung mit Ortstermin am 31. März 2021 geregelt bekommen.

Räbker Dorfspezialisten: Heidi Fengel für das Denkmal, Thomas Jensen für die Bäume, Melanie Katt und Swantje Jensen für das Grün am Boden (v.l.n.r.)

Der Thie zieht sich als Thema und optischer Fixpunkt im nördlichen Bereich des Dorfes durch alle Schriftstücke des Dorfwettbewerbes 2017/19: von der Landkreisebene bis zum Bundesentscheid, ja bis zu den Bemerkungen der Bundeskommission, und natürlich hat er es auch in das Leitbild und die Leit-Linde geschafft (siehe oben).

Seit 2015 existiert ein exemplarisches Gutachten für 5 Kastanien – und nur um die Kastanien geht es zunächst -, welches Verhaltensmuster für die Gemeinde anregt und sich zu Baum-Sicherheitsfragen auslässt. 2018 hat der im Landesamt für Denkmalpflege zuständige Referatsleiter „Gartendenkmalpflege“, Dr.-Ing. Rainer Schomann auf Wunsch eine Fachliche Stellungnahme abgegeben, die den Interessierten einen möglichen Roten Faden des Gespräches vorgab.

Als nächster Schritt wird die Kreisarchäologie zu einem Lokaltermin gebeten, denn die denkmalrechtliche Genehmigung „sticht“ alles andere. Ein möglicher Ersatz von 34 abgängigen, kranken Kastanien und die Pflanzung vergleichbarer Bäume (Vorschlag Bergahorn) in entwicklungsfähiger Größe (22 bis 25 cm Stammumfang in 1,2 m Höhe) und dreijähriger Anwuchsbetreuung bindet nicht unwesentliche finanzielle Mittel, die weitestgehend durch Zuschüsse über Spezialprogramme reduziert werden sollen. Die AG BLÜH kümmert sich.

Nicht zuletzt das Aufstellen der Schilder „Betreten auf eigene Gefahr“ vor einem Naturdenkmal mit Erläuterungstafel und Sitzgruppe – und das in der Nähe einer Bushaltestelle – macht deutlich, dass Handlungsbedarf besteht. Natur entwickelt sich ohne Rücksicht auf Verluste. Nicht nur bei Starkwindlagen.

Warnung!?

Wie man eine ähnliche Ausgangslage mit „gefallenen Bäumen“ angemessen und überzeugend lösen kann, zeigt die neue Linden-Allee vor dem Herrenhaus in Lucklum auf der anderen Seite des Elms.

Di AG BLÜH erstellt einen Projektplan und wird weiter laufend berichten.

Die in 2015 auf dem Thie aufgestellte Tafel der Braunschweigischen Landschaft e. V. erklärt über den Text von Dr. Monika Bernatzky, ehem. Kreisarchäologin Helmstedt, welche Bewandtnis es mit dem Platz über die Jahrhunderte hat, der fälschlicherweise häufig als Thing-Platz bezeichnet wird.

CL

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