Und sie bewegen sich doch: Hotline und Impfportal im Dauerstress-muss in Räbke nicht sein

Termin sichern – Foto Tim Reckmann/pixelio.de  

Wer hat noch Lust, über Impfungen gegen Covid-19 zu reden? Oder überhaupt über die missliche Lage des Impffortschrittes in Niedersachsen? Letztlich hilft das generalisierte Jammern nicht wirklich; im Konkreten schon gar nicht. Ich gebe allerdings die Hoffnung nicht auf, dass auf jeder Ebene von Verwaltung und Politik jemand mit Notizbuch – eventuell hat der eine oder andere ja bereits ein (dienstliches) Notebook oder vergleichbare Instrumente – im Homeoffice sitzt, der alle Mängel und gute Ideen unter der Leitfrage „Was machen wir während der nächsten Pandemie oder vor der nächsten Welle besser?“ schriftlich festhält.

Aus Fehlern nicht klug geworden

Noch anfangs der ersten Welle vor einem Jahr war ich guter Dinge und habe meinen Mitmenschen bei Corona-Diskussionen mit großer Überzeugung ungefragt erklärt, dass wir Deutsche dafür bekannt sind, unsere Schularbeiten in Sachen Organisation sehr genau zu machen, schnell zu lernen und beim zweiten Versuch mit deutschem Perfektionismus im Wettbewerb der Corona-Nationen in der vorläufigen Abschlussnote ganz vorn landen und das Wesentliche auf allen Ebenen des Handelns im Griff haben. Ich hatte mich leider sehr getäuscht, wie ich heute weiß.

Woran mag das wohl gelegen haben? Sind wir wirklich so gnadenlos und verweichlicht als Ego-Shooter im Mittelmaß angekommen, wie Soziologen vermuten? Oder haben wir etwa unseren Ehrgeiz, der uns in den entscheidenden Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts – insbesondere nach 1945 – auszeichnete, verloren und sind nur noch fett und satt im Geiste, sind uns selbst genug, ohne die notwendige Tat- und Entschlusskraft?

Überdehntes Vertrauen

Das einfachste Mittel in der Politik, Dinge für erledigt zu erklären, ist sich an Personen freizukämpfen. Ja, wahrscheinlich wären Herr Tonne und Frau Reimann in „Normalzeiten“ oder wenn es im September keine Kommunalwahlen in Niedersachsen gäbe, nicht mehr im Amt. Es gilt eine uralte, eiserne Grundregel: “ Willst Du Vertrauen – dieses besonders flüchtige Gut im Jahrhundert der Populisten – bei den Menschen zurückgewinnen, müssen „Köpfe rollen“!

Ich schließe mit einer durchaus positiven Botschaft. Es ist mir über das Wochenende gelungen, meine Mutter (fast 96) auf die Warteliste zur Impfung setzen zu lassen. Und zwar online über das Impfportal beim 3. Anlauf.

Vertrauen wir dem Impfsommer am Horizont noch? Foto CL

Nicht schnacken, machen

Welche Räbkerin oder welcher Räbker diese meine Glückssträhne für sich oder andere Bekannte über 80 ausnutzen möchte, melde sich bitte bei mir. Das ist ein ernsthaftes Angebot. Ich versuche dann mit den übermittelten Kontaktdaten das gleiche „Spiel“ nochmal und meinen Glückslauf auszunutzen, bis es klappt.

Also bitte unter 05355 8058 melden oder wie schon bekannt, unter der Rufnummer der Impfdienstengel
in Lelm: 05353 8413.

CL

1 Kommentar
  1. Swantje
    Swantje sagte:

    Gut, Christian, dass Du darüber berichtest und es hier vor Ort Hilfen gibt.

    Das scheint wohl ein niedersächsisches Problem zu sein. In Schleswig-Holstein wurden zunächst die über 85-jährigen Bürger per Post angeschrieben. Im Brief eine Telefonnummer und eine PIN. Für die Telefon-Hotline wurde ein Unternehmen beauftragt, dass normalerweise Konzertkarten verkauft, also zig Tausend Anrufe gleichzeitig bearbeiten kann. 5 Min.Warteschleifen und schon gab es mit der PIN zwei Impftermine, einen Code und auch freundliche Antworten auf diverse Fragen. Mit Brief und Code kann es dann zum Impfen gehen.
    Hilfe durch Andere ist hierbei i.d. R. nicht notwendig.

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