Wat mutt, dat mutt: auf dem Lande, in der Stadt und bei der Wasserversorgung

Problem gelöst, Abhilfe geschaffen – Fotos CL

Irgendwie „passig“ zum Corona-Jahr 2020, wie das Erste der Zwanziger Jahre häufig bezeichnet wird. Klingt fast verniedlichend. Kommt aber drauf an, wie man es aufnimmt oder verstehen will. Die pandemische Herausforderung bleibt uns über jährig erhalten, und einige andere werden dazukommen. Und wir wissen (noch) nicht, was als zusätzlich belastendes Pandemie- und Impfgepäck in den nächsten Wochen und Monaten auf uns wartet. Ausgang offen. Ein neuer, formeller Start in 2021 halt.

Einen noch höheren Stapel voller Krisenmanagement auf Kosten der Gemeinschaft kann sich dieses Land nicht mehr leisten. Die Lobgesänge von einst bei Beginn der Pandemie sind verstummt, und die siegesgewissen Beschwichtiger von Mecklenburg über NRW nach Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen und in bestimmten Hörsälen von Universitäten sind in ihrer Lautstärke zurückhaltender geworden.

Das Maß ist voll

Das Virus kennt keine Kompromisse und freut sich im Stillen über jede entscheidungslose Diskussion im Föderalismus und ganz besonders über Generationen oder Halbgenerationen von Menschen, die mit größter Selbstverständlichkeit ihre Individualität – man könnte auch sagen Egoismus – über alles stellen. Die verschneiten Hänge des Harzes lassen grüßen. Warum nur verzichten, um Rücksicht zu nehmen? Was bekomme ich dafür?

Wenn man sich als Nation weit über 20 Jahre auf den eigenen Lorbeeren ausruht, aussitzt und Problemlösungen erst dann angeht, wenn die Angst zu verlieren, zu groß wird, muss man sich nicht wundern, dass das soziale Gefüge in einem liberalen, pluralistischen Staat in einer immer weiter auseinander driftenden Gesellschaft auf Ego umstellt. Das wird im internationalen Vergleich sehr deutlich, wenn man nach Südostasien, nach Taiwan oder Südkorea schaut, die mit einer anderen Mentalität des sozialen Zusammenhalts Krisen angehen.

Wie komme ich von der Politik zum Trinkwasser, zur Erle und zur Stechpalme?

Die Räbker Wasserleitungsgenossenschaft (RWG) musste eine traurige Entscheidung treffen. Unsere Wasserversorgung am Pumpenhäuschen wurde von 17 Erlen – besser gesagt deren Wurzeln – angegriffen. So stand schnell der Entschluss fest, den Alterungsprozess der zwanzigjährigen Bäume mit Motorsäge und Schredder etwas zu beschleunigen. So geschehen in der laufenden Woche, noch in 2020.

Dies ist zwar eine der Schluss-Taten im alten Jahr, aber noch lange nicht das Ende vom Lied. So wurden bereits erste Überlegungen zur Ersatzbeschaffung und zur Ortsauswahl angestellt, die in den nächsten Wochen gemeinsam vertieft werden sollen.

Stechpalme sticht hervor

Zum Baum des Jahres 2021 ist vor Stunden die Stechpalme (Ilex) gekürt worden. Ein Ersatz-Objekt oder nach heutigem Verständnis, ein lohnendes Subjekt für unsere Ersatzmaßnahmen? Wir werden sehen. Baumschutz ist Wasserschutz. So treffen wir über Grundelemente der Natur wieder zusammen. Wer den Wasserstand der Schunter und des Mühlengrabens in Räbke betrachtet, bekommt einen schmalen Eindruck davon, was den Club of Rome dazu bewogen hat, schon in 1972 eine Studie über die Grenzen des Wachstums aufzugeben.

Stechpalme: Baum oder Busch? WEB Copyright Rainer Maus

Wahrscheinlich werden wir über die Jahre aus der Wassermühle Liesebach eine Wind- oder besser Sturmmühle konstruieren müssen.

CL

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