Aus der Kirchengemeinde

Umsonst geplant? Corona-Sitzordnung „unten“ an Heiligabend in St. Stephani – Schema Tobias Crins

Wem oder woran glauben wir (noch)?

In 14 Tagen ist Weihnachten 2020 fast vorbei und vermutlich dann schon ein Bestandteil der besonderen Corona-Geschichtsschreibung geworden. So oder so. Selbst wer in den Grundzügen seiner persönlichen Lebenseinstellung keine christlichen Wurzeln wieder erkennt oder haben möchte, wird nach den Geschehnissen in der hohen Politik während der letzten Wochen – speziell nach Oktober und dem so genannten Wellenbrecher-Lockdown – seine Gedanken um die Begrifflichkeit Glauben neu ausrichten. Oder sich auch bestätigt fühlen, dass Glauben eben nicht Wissen bedeutet, und das auch gleich sehr häufig.

Folgt man der Bibel, hat der ungläubige Thomas seine Finger in Wunden gelegt, ehe er glaubte, nein, dann sogar wusste. Und die verantwortlichen Politiker tauchen ein in die Wissenschaft?

Die Welle ist weiter hoch

Das Ausrufen des leichten Lockdown war bisher der für mich größte Fehler der Regierenden auf Landesebene. Der ausgerichtete und seltsam fixierte Blick auf Weihnachten und möglicherweise die Zumutung für die Bürger und Bürgerinnen haben den beschriebenen Mangel auf die Spitze getrieben. Und natürlich liegt das Versagen – so jedenfalls ziemlich einmütig die Politik – nicht bei den laschen verordneten Maßnahmen, sondern bei den Menschen an den Bratwurstbuden und am „Glühweinstrich“ in Berlin. Ja, das kann man natürlich so bewerten. Denn die Ausführenden stehen immer am Ende der Corona-Kette; und zwar bei jedem „Befehl“.

Das Virus ist mitleidlos und achtet nicht auf Grenzen oder die Kategorie, was man den Deutschen zumuten kann. Also wollen wir mal glauben, dass am Heiligabend in Räbke Gottesdienst gefeiert werden kann, und die Hoffnung dazu über die kommenden Adventstage stark genug bleibt.

Anmeldung nur auf Papier

Was aber nur unter einem Hygienekonzept mit fixen Auflagen geht. Jeder, jede Familie muss sich schriftlich anmelden. Nicht per Telefon und auch nicht per E-Mail. Ansonsten ist eine Teilnahme nicht möglich.

Die Einzelheiten mit Druckvorlage – HIER – auf der Website des Pfarrverbandes Lelm-Räbke-Warberg

Heiligabend war Thema bei der letzten Kirchenvorstandssitzung am vergangenen Mittwoch (09.12.2020) in der Pfarre, in der die Einzelheiten der Durchführung in der Vorbereitung und des Ablaufes organisatorisch besprochen wurden.

Kirchenvorstand trifft sich körperlich-analog

Des weiteren ging es um die Gottesdienst- und Kollektenplanung 2021 im Detail und die Vervollständigung des Haushaltsentwurfes für das neue Jahr (ca. 5.500 Euro Unterdeckung prognostiziert), erneut mit möglicher Innenrenovierung von St. Stephani. Über die Zukunft der Pfarre, deren verursachte Kosten in keinem Verhältnis zu den Einnahmen stehen, wird in Kürze in einem Spezial-Treffen des Vorstandes diskutiert und hoffentlich auch entschieden.

Vorgezogen: Der Baum steht schon – Foto Olaf Waldau

Die Lage bleibt unübersichtlich

Für alle Menschen, insbesondere für Führungspersönlichkeiten, ist es eine riesige Herausforderung, richtige Entscheidungen in unsicheren Lagen zu fällen und bei Misserfolgen, diese zu erklären und dazu zu stehen. Einige Ministerpräsidenten könnten sich da etwas von Angela Merkel abgucken und das Schielen auf die Strahlkraft der eigenen Person und auf die nächsten Wahlen in den Hintergrund rücken. Allerdings benötigt man zu dieser Einsicht offensichtlich eine sehr lange Amtszeit, die auch nicht in allen Nöten hilft. Das umfängliche Versagen der Bundesregierung auf den Ebenen der Digitalisierung macht es mehr als deutlich.

Jedenfalls haben die Ersten Bürger der Bundesländer, z. B. aus Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen gelernt, dass härtere Maßnahmen bei einer Virus-Pandemie durchaus zielführend, zweck- und verhältnismäßig sein können, auch wenn die Inzidenzwerte äußerst niedrig liegen. Das kann 24 Stunden später an gleicher Stelle ganz anders aussehen. Dann erlebt man nämlich das exponentielle Wachstum am eigenen „Landeskörper“ und das schönfärbende Gerede über die niedrigen Zahlen, die dies und das als Zumutung für Bürger und Freiheitsrechte nicht rechtfertigten, verstummt abrupt. Es ist geradezu das Geschäftsmodell des Virus, sich schlagartig und dynamisch zu verbreiten. So nämlich passiert es, dass Politiker ihren bisher wissenschaftlich fundierten Glauben in eine andere Richtung wenden.

Manchmal hatte ich den Eindruck, dass den Landesherrinnen und -herrn beim Surfen auf dem Wellenbrecher-Lockdown der Mut und das Augenmaß abhanden gekommen ist. Sie hätten mehr Glauben und damit auch mehr Emotion für die Menschen und weniger Angst vor den Reaktionen des Staatsvolkes in die Maßnahmen einbringen sollen. Vielleicht hätten sie dann auch die Gnade geschenkt bekommen, daran glauben zu können, was sie präsentiert haben Und Deutschland wäre weiter an der Spitze der Pandemie-Erfolgreichen geblieben. So müsste man auch die neuen Impfstoffe und Medikamente viel weniger als letzte Lösung des Problems verherrlichen.

CL

Bitte nicht vergessen: Wo analog ist, ist auch digital

Umfassende Informationen und Anregungen von Pfarrer Tobias Crins gibt es auf dem Broadcast des Pfarrverbandes über WhatsApp. Wer dabei sein möchte, bitte hier melden: Mobil 0176 8415 4088.

Und jeden Abend ab 19:45 Uhr wird auf dem YouTube Kanal des Pfarrverbandes ein neues Türchen am Adventskalender geöffnet: „Gemeinsam unterwegs Richtung Weihnachten!“ Jeden Tag ein kleiner adventlicher Impuls: Kurzgeschichten, Gedichte, Gebete, Rezepte.

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