Zu Gast in Räbke: Ortsgespräch mit Susanne Stabrey

Höhe 180 im Sommerwinkel: Susanne Stabrey (l.) gibt die Richtung vor – Fotos CL

Wenn man sich wie die AG Blüh mit Bäumen, Streuobstwiesen, Naturgärten, also alles in allem mit dörflichem Grün beschäftigt, muss man nicht in die Ferne schweifen, wenn die Kompetenz im eigenen Umfeld zuhause ist. Susanne Stabrey ist Biologin und als Umweltschutzbeauftragte im Fachbereich 4 der Stadt Königslutter am Elm verantwortlich für Umwelt, Stadtgrün, Gewässer.

So lag der Gedanke nahe und räumlich nur etwa acht Kilometer entfernt, sie nach Räbke einzuladen, ihr Wissen und ihre Erfahrung anzuzapfen und die Fragen zu stellen, die der AG bisher unbeantwortet auf den Nägeln brannten. Denn einiges ist passiert beim Räbker Dorfgrün seit 2018, und vieles soll sich noch weiter entwickeln.

Die Landwirtschaftskammer machte den Anfang

Nachdem Sabine Dralle von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Februar 2019 im Zuge der Vorbereitung auf den Bundeswettbewerb den interessierten Dorf-Grünlingen erste Munition zur Umsetzung naturnaher, Insekten fördernder Maßnahmen geliefert hatte, kam es nun zu einem nächsten Schritt der Überprüfung eigener Maßnahmen und der Weiterbildung an Ort und Stelle.

Susanne Stabrey traf am 26.08.2020 nachmittags am Jugend- und Gästehaus eine fast vollständig vertretene, hoch aufmerksame AG Blüh, die ihre Fachfragen kaum zügeln konnte. Und auch der Gemeinderat zeigte Flagge und war mit Simone Köpnick und Martin Ohlemann bestens vertreten.

Mit dem Jensen-Bus unterwegs

Nach kurzer Einführung in die Projekte und Vorhaben – mit Blick ins Gelände und getragenem Mundnasenschutz (MNS) – ging es mit dem ortsansässigen Familien-Busunternehmen Jensen in Richtung Streuobstwiese Sommerwinkel. Jedoch vorher mit einem kurzen Zwischenhalt an der Einbiegung zum Graseweg, um aus dem VW-Bus den Stand der in diesem Jahr vor dem Grundstück Kluge angelegten kleinen Blumenwiesen zu visitieren.

Auf Höhe 180 angekommen, blies der Westwind mit leichter Brise und zwang zu mehr Stimmgewalt bei den Ausführungen aller Beteiligten.

Ein Ergebnis: Fast alles richtig gemacht, aber…
Obstbaumabstand eher zehn Meter, vorgesehene Hecken zur Verbesserung des Mikroklimas brauchen fünf Meter Breite, Mäuseschutz ist Pflicht, die Baumscheiben freihalten, und eine Düngung mit reifem Kompost bietet sich an. Ein fachgerechter Obstbaumschnitt wird empfohlen, damit eine stabile Krone entwickelt wird. Für weitere Informationen steht die Arbeitsgemeinschaft Streuobst e. V. mit Rat zur Verfügung.

Und ein größerer Arbeitseinsatz steht noch bevor. Gras und die Reste der Sommerblumen müssen auf 10 Zentimeter Höhe gemäht und abgefahren werden.

Thie und Friedhof als Abschluss

Der Thie mit dem innen liegenden Feldherrn- oder Grabhügel aus Napoleons Zeiten war das nächste Zwischenziel, ehe es zum Friedhof ging.

Bergahorn als möglicher Ersatz für die abgängigen Kastanien sei keine schlechte Alternative. Von Blühstreifen an den Rändern des Landschaftsschutzgebiets riet die Biologin wegen der Konkurrenz im Wurzelbereich und der insgesamt sehr schattigen Lage ab.

An den Flanken des Grabhügels jedoch könne man mit Stauden und Frühblühern zu einem farbigen, Insekten anlockenden Bild beitragen. Eventuell auch maschinell mit einer niederländischen Maschine und Firma, mit der beispielsweise in Helmstedt und Königslutter am Elm erfolgreiche Arbeit geleistet wurde.

Erfolgserlebnis auf dem Friedhof! Das Insektenhotel (eigentlich handelt es sich um eine Nisthilfe) zeigt sich mit einer guten Belegung durch Wildbienen, und der erste Versuch mit einer Blumenwiese auf einem typischen Trockenstandort kann sich in diesem Jahr auch sehen lassen.

Der gut zweistündige Aufenthalt von Susanne Stabrey in Räbke hat sich mehr als gelohnt. Wir sind dankbar für diese zwanglose Art interkommunaler Zusammenarbeit mit der Stadt Königslutter am Elm und sagen Dank an die Ausführende, die Fachbereichsleiterin und den Bürgermeister.

CL

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