55 Stimmen für Demokratie

Wir dürfen nicht zulassen, dass es
bequemer ist, Demokratie verächtlich
zu machen, als für sie einzustehen.

Frank-Walter Steinmeier

Nach den entsetzlichen, menschenfeindlichen Anschlägen wie zuletzt in Hanau, nach dem zynischen Mißbrauch demokratischer Verfahren wie kürzlich im Thüringer Landtag, nach dem sich immer weiter ausbreitenden politischen Populismus, ist vermehrt auch die Zivilgesellschaft gefordert sich zu positionieren und Stellung zu nehmen. Zivilcourage, Druck der Zivilgesellschaft, klare Abgrenzung ohne jedoch auszugrenzen sind nur einige der Schlagworte, die zur Zeit kursieren.

Wie passend, dass der deutsche Trägerverein Villa Aurora & Thomas Mann House e.V. nun die Idee der Radioansprachen Thomas Manns wieder aufgenommen hat und eine Reihe mit Ansprachen für die Demokratie veranstaltet, die auch die Süddeutsche Zeitung abdruckt und der Deutschlandfunk im Rahmen der Reihe Essay und Diskurs sendet.

Das Thomas Mann House schreibt auf seiner Website:

Die Serie „55 Voices for Democracy“ knüpft an die 55 BBC-Radioansprachen an, in denen sich Thomas Mann während der Kriegsjahre von seinem Haus in Kalifornien aus an Hörer in Deutschland, der Schweiz, Schweden, den besetzten Niederlanden und Tschechien wandte. Von 1940 bis November 1945 appellierte er monatlich an tausende Hörer, sich dem nationalsozialistischen Regime zu widersetzen und wurde so zur bedeutendsten deutschen Stimme im Exil.  In diesem Sinne senden 55 renommierte internationale Intellektuelle, Wissenschaftler*innen und Künstler*innen vom Thomas Mann House aus Ansprachen, in denen sie ihre Ideen für die Erneuerung der Demokratie vorstellen. Zu den Teilnehmenden zählen die Politikwissenschaftler Francis Fukuyama und Jan Werner Müller, die Philosophin Seyla Benhabib, die Schriftsteller Orhan Pamuk und Ngũgĩ wa Thiong’o, die Soziologin Ananya Roy, der Germanist Jan Philipp Reemtsma, die Historiker Martha S. Jones und Timothy Snyder, sowie viele andere mehr.

Die Serie wird präsentiert vom Thomas Mann House in Kooperation mit Deutschlandfunk, Los Angeles Review of Books und Süddeutsche Zeitung.

Über die folgenden Links können Sie die aktuellen Ansprachen aus dem Thomas Mann House als Videos (5-10 Min Dauer) erleben, als Texte in deutsch und im englischen Original nachlesen und natürlich weitere Hintergrundinformationen erfahren.

Mein persönliches Statement:

Ich glaube an die Menschlichkeit, an die Demokratie, an Europa !

Horst Eberhard

2 Kommentare
  1. Christian Lubkowitz
    Christian Lubkowitz sagte:

    Danke, Horst. Die Demokratie, das sind wir. Und das „Wir“ fängt in den Dörfern und den kleinsten Einheiten unseres Landes an, wie es Laurenz zutreffend beschreibt. Demokratie heißt eben auch Haltung und Flagge zeigen, aufstehen; ja, auch anecken und keinen Gedanken daran verschwenden, ob es einem persönlich nutzt. Das Letztere ist in der Gegenwart der Globalisierung und immer noch großer Marktgläubigkeit schwer genug. Wir brauchen dringend den Diskurs und die Anerkennung der wohlmeinenden Kritik als Quelle von Kreativität.
    Dörfer können und müssen darin Vorreiter und Zellen sein, die sich „ansteckend“ in alle Richtungen ausbreiten. Nach den Mahnzeichen von Hanau und Erfurt, die an die schlimmsten Jahre deutscher Geschichte erinnern, sind vorgelebte Werte alternativlos.
    Die 55 Stimmen für Demokratie machen Mut. Für Hamburg hätte ich 5,3 Prozent mehr dieser Stimmen und unter 5 Prozent Kreuze für eine Partei gewünscht. Demokratie ist eben kein Wunschkonzert, sondern im Einzelfall und auch im Allgemeinen harte Arbeit.

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  2. Laurenz Aselmeier
    Laurenz Aselmeier sagte:

    Danke, Horst, dass Du an diesen Tagen, an denen sowohl politisch mit den Ereignissen in Thüringen wie auch gesellschaftlich mit den fürchterlichen Geschehnissen in Hanau ein solchen Plädoyer für Demokratie und Menschlichkeit gepostet hast.
    Um den Bogen zu schlagen: was macht das Leben auch und gerade in einem kleinen Dorf wie Räbke lebenswert: Vielfalt, Tolleranz, Offenheit…

    Antworten

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