Drei Generationen Frauenhilfe in Räbke – Lilli Gödeke ist seit 30 Jahren Vorsitzende Spenden ist nicht alles

Die Räbker Frauenhilfe heute. Lilli Gödeke (3.v.l.) ist 30 Jahre Vorsitzende; Pfarrer Tobias Crins (2.v.l.) und Adelheid Schnelle (hintere Reihe 2.v.r.)-Fotos CL

Der 8. Februar 1935 war Gründungstag der Räbker Frauenhilfe. In eine Zeit hineingeboren, die in Stadt und Land andere Einstellungen präsentierte, als die Werte, die für uns heute selbstverständlich sind oder besser, sein sollten. Else Weibusch war eine der Gründerfrauen und die erste Vorsitzende in schwieriger Zeit. 39 Frauen begannen damals ihre sozialdiakonische Arbeit. In diesen Zusammenhang stellte Bürgermeister Rainer Angerstein seine kurze Laudatio in St. Stephani.

Einen Zeitsprung weiter – besser gesagt fast zwei Generationen – war es bereits Lilli Gödeke, die die Spur der Gründermütter aufnahm. 30 Jahre bekleidet sie mittlerweile das Amt der Vorsitzenden mit gleichbleibendem Engagement, Demut und persönlicher Zurückhaltung, wie man es in dieser Kombination eher selten findet.

In der 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde in der neuen Zeit so richtig Fahrt aufgenommen: unter der Regie von Pfarrer Burkhard Knüppel, der – wie Ruth Naumann von Landesverband der Frauenhilfe – leider am Jubiläumsgottesdienst und dem Beisammensein im Jugend- und Gästehaus am vergangenen Sonntag (09.02.2020) wegen des Sturmtiefs „Sabine“ nicht teilnehmen konnte.

Adelheid Schnelle, als Organistin in St. Stephani bereits mit Hausrecht ausgestattet, überbrachte die Grüße des Kreisverbandes und zeichnete für 25-jährige und 40-jährige Mitgliedschaft aus (siehe Zeitungsartikel unten).

Kochen, Backen, Frühjahrsmarkt, Basteln, Spenden sammeln seien das Eine; Gemeinsamkeit, Netzwerken und Seelsorge das Andere.

Die Frauenhilfen sorgen nicht nur für ein leibliches, sondern auch für ein geistiges und soziales Wohl.

Adelheid Schnelle, Süpplingenburg, in ihrer Ansprache beim Festgottesdienst am 09.02.2020

Die Aufgaben bleiben

Und mit der Einführung des Weltgebetstages der Frauen – in diesem Jahr am 6. März in Räbke – richtete sich die Arbeit zusätzlich noch international aus. Nicht zu vergessen die regelmäßigen Monatstreffen, die Zusammenhalt schmieden und Neues vermitteln.

Pfarrer Tobias Crins verband in seiner Predigt am Sonntag Septuagesimae die segensreiche Arbeit der Frauenhilfe mit dem Gleichnis der Arbeiter im Weinberg, die trotz unterschiedlicher Arbeitszeiten den gleichen Lohn erhielten. Ist das gerecht? Jeder und jede diene mit den verliehenen Talenten und seinen persönlichen Möglichkeiten: eben so, wie in der Räbker Frauenhilfe.

Ein Danke gesungen, umgetextet von Tobias Crins

Wie geht es weiter?

Guter Brauch im 7-Mühlen-Dorf ist die Beteiligung von Gemischtem Chor und dem Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr bei fast allen feierlichen Anlässen. Und es gehört dazu, dass beim anschließenden „Kuchenbeisammensein“ im Jugend- und Gästehaus die ortsansässigen Vereine ein Grußwort sprechen und ihre Präsente zum Jubiläum übergeben. Christoph Wäterling machte als Vorsitzender des Chronikvereines einen Ausflug in die Geschichte der Frauenhilfe in Räbke und Friederike Schliebs vertrat in ihrem Grußwort den Kirchenvorstand von St. Stephani. Mit allen anderen Vereinsvorsitzenden – ergänzt durch Worte der Frauenhilfen aus Süpplingen und Süpplingenburg – schloss sich der Kreis der Redner.

Wenn es eine Sorge zum Jubiläum gab, dann die um den Nachwuchs in der Frauengemeinschaft in Räbke. Aber das kennen wir ja schon. Wie ist die Lösung?

Helmstedter Nachrichten vom 11.02.2020

CL

Wissenswertes auf die Schnelle:
Gründung der Frauenhilfe in Deutschland: 1899
Gründung der Frauenhilfe in der Landeskirche: 1913
Gründung der Frauenhilfe in Räbke: 1935
Spenden der Frauenhilfe Räbke über die Jahre: fast 10.000 Euro

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