Pfarrverband on Tour – Die Kirchenvorstände aus Lelm, Warberg und Räbke machten sich auf den Weg ins Kloster

Wurde im Kloster Michaelstein als Ehrengast begrüßt: Johann Sebastian Bach. Noch in Vorbereitung auf seinen musikalischen Einsatz (links hinter dem Vorhang). Fotos CL

Der Bus lief pünktlich ein, am Sonntag, 15. September 2019, sodass neben den Kirchenvorständen der evangelischen Gemeinden Lelm, Warberg und Räbke am Dorfstein des 7-Mühlen-Dorfes zusätzlich das umfangreiche Verpflegungspaket aufgenommen werden konnte. In diesem Jahr war es an den Räbkern, sich um Organisation, die Logistik und die Pfarrverbandsfahrt insgesamt zu kümmern. Immerhin waren zwei Verpflegungshalte auf dem langen Weg – fast 60 Kilometer bis ins Kloster – zum und am Harz geplant.

In aller Regelmäßigkeit sind dies die selbst gewählten Aufgaben von Martina Rößchen, Friederike Schliebs und Rosemarie Rosenblatt, die mit ihrer Auswahl von „Genussmitteln“, deren Menge und selbst erstellte Qualität stets für Staunen sorgen. So empfanden es wohl auch diesmal die 34 Teilnehmer aus den drei Nachbarorten am Elm.
Ich hörte zufällig davon, dass der gut gelaunte Busfahrer der Firma Duckstein-Pollitz die Absicht hatte, zusätzlich einen Fahrradanhänger aus Königslutter zur Ergänzung seines Unterflur-Stauraumes zu besorgen.

Der Harz im Hintergrund, Brötchen auf dem Tisch – Fotos CL

Kaum lagen Jerxheim und Dedeleben hinter uns, schritt die Räbker Verpflegungsgruppe am Rastplatz Dardesheim zur Tat. Eins, zwei, drei, waren Tapeziertisch inkl. Beistellgarnitur bei lupenreinem Frühherbstwetter aufgestellt. Das Frühstück konnte beginnen und zog sich – vor allem wegen der Üppigkeit des Angebots – etwa 10 Minuten länger als geplant hin.
Ein mir unbekannter Dachdeckermeister aus Warberg machte abschließend die durchaus passende Bemerkung: „Wir nehmen im nächsten Jahr noch 6 bis 7 Stehtische mit!“ Hoffentlich bleiben dann nicht die gekochten Eier auf der Strecke.

Gemeinschaft leben

Mit einer Christen-Stärke von 34 schlugen wir leicht über der Zeit und auf dem falschen Parkplatz am Kloster Michaelstein auf. Wie wir im anschließenden Rundgang lernten, hätte unsere Personalstärke im Mittelalter „fast“ ausgereicht, 3 Klöster zu gründen.

Abt Simon, mit bürgerlichem Namen Simon Sosnitza, aktiv ausgeübter Beruf Museumsleiter der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, hatte sich am Sonntag extra für unseren Pfarrverband auf den Weg von Helmstedt in Richtung Blankenburg begeben. Er empfing uns – eines kirchlichen Amtsträgers würdig – mit berechtigter Kritik; hatten wir doch den falschen Parkplatz mit unserem Bus angesteuert. Die Begründung lieferte er gleich mit. Die Regeln des Hl. Benedikt verlangten dieses Vorgehen, was ich als noch schlecht gebildeter Konverse (Laienbruder mit Profess, aber ohne Priesterweihe) nicht beherrschte. Ich machte dieses persönliche Verschulden sogleich mit einem Taler in die Ablasskasse wieder gut. In weiser Voraussicht auf mein zukünftiges sündiges Handeln habe ich die Summe eigenständig leicht erhöht.

Ein Rundgang der Intensitätsstufe III

Es folgten in 150 Minuten eine Führung durch die Instrumentenausstellung, die Geschichte des Klosters – im Refektorium vorgetragen -, der Gang im Kreuzgang, Kapitelsaal und Innenhof.
Danach landeten wir in den Gärten des Klosters und mit den Düften der Heilpflanzen abschließend im Spezialgebäude für die nachgebaute barocke Musikmaschine des Salomon de Caus, die ein weiteres Mal die eigene Fantasie in die nicht selber erlebte Vergangenheit führte. Ein Erlebnis allemal: Eine Tochter des Poseidon als Nymphe auf einer von zwei Delphinen gezogenen Muschel begegnet man recht selten auf Ost- oder Nordsee.

Die Grotten-Show aus dem Barock

Die Verabschiedung fand auf dem dann korrekten Parkplatz – wie könnte es anders sein – mit Verpflegung statt. Da sich Abt Simon inständig weigerte am Mahl mit den Laienbrüdern zur Unzeit teilzunehmen, wurde er mit Börde-Rapsöl und einer Flasche Räbker Wasser, das die Gemeinschaft fördern soll, im wahrsten Sinne des Wortes abgespeist. Den Begleittext zur Verleihung sprach Prädikant Rainer Angerstein, voll des Lobes für den Museumschef und seine Ausführungen.

Wernigerode im Blick

Die kurze Fahrt nach Wernigerode verlief weitestgehend störungsfrei. Schon vom parkenden Bus aus erkannten wir unseren Pfarrer Tobias Crins, der aus seinem Heimatkreis Salzgitter zu uns stieß.
Der Harzer Miniaturenpark, den wir anschließend in Eigenregie durchstriffen, macht Eindruck und verbessert eigene Geschichts- und Denkmalkenntnisse der Harzregion.

Wenn man nach Hedeper fährt, kennt man vielleicht den Alten Dorfkrug; die 1997 geweihte und davor aus den alten Teilen errichtete Kirche St. Martin eher nicht. Wir kennen jetzt beides. Bevor wir uns im Dorfkrug mit vorbestellten Tellergerichten abschließend stärkten, begrüßte uns Bürgermeister Andreas Bötel in seiner Kirche. Eine kurze Andacht folgte und drückte bereits vor Abschluss des Tages in den Worten von Pfarrer Tobias Crins die Dankbarkeit aller mit dem gemeinsam Erlebten aus.

Der kurze Ritt von Hedeper in Richtung Elm endete in den drei Dörfern noch vor 20:00 Uhr.
Im nächsten Jahr wird der Warberger Kirchenvorstand die Pfarrverbandsfahrt organisieren. Man munkelt, es soll eine längere Reise werden. Entweder auf die Burg Warberg oder nach Kißleberfeld. Egal! Ob das Thema Landwirtschaft in 10 Jahren oder Bauverwaltung der Landeskirche heute lautet. Hauptsache, man kommuniziert freundschaftlich und kommt sich näher.

CL

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