Aus dem Umfeld des Kreisdorfes: Dreimal ist Räbker Recht – Landrat Gerhard Radeck führt die Sommertour an

Wenn das Stichwort Fahrrad im Landkreis Helmstedt fällt, ist Thomas Kempernolte aus Schöningen immer in vorderster Linie dabei. Fotos CL

Im Sommer 2017 startete die 1. Sommertour von Landrat Gerhard Radeck, damals an zwei Tagen und in zwei Etappen. Räbke war als ein Zielpunkt mit der Mühle Liesebach (ML) dabei. Denn man wanderte auf dem Braunschweiger Jakobsweg.

Im Sommer 2018 stand bei der Sommertour bereits das Fahrrad als Fortbewegungsmittel auf dem Plan und führte die Teilnehmer zu den verschwundenen Dörfern des Braunkohleabbaus im Landkreis Helmstedt und im angrenzenden Raum Sachsen-Anhalts. In Schöningen ertönte der Startschuss. Nach Auffassung des Schreiberlings, der heuer auch das dritte Mal die Tour genoss, waren E-Bikes eher Mangelware.

Neue Klassengesellschaft?

Komplett anders dagegen am Sonntag, 4. August 2019. Auf dem Marktplatz in Helmstedt konnten der Landrat und sein Team um 10:00 Uhr über 40 Teilnehmer begrüßen. Endlich mal bei einem Wetter, das dem ehemaligen, uns noch bekanntem deutschen Sommer gerecht wurde, den ganzen Tag anhielt und den Klimawandel für Stunden vergessen ließ.
Und man konnte den Eindruck gewinnen, dass von der Anzahl der Zweiräder und der abgerufenen Leistungsfähigkeit die E-Bikes die Oberhand gewonnen hatten. Bildet sich da gerade eine neue Zweiklassengesellschaft oder ein elektrischer Radadel heraus?

Wer E-Bikes suchet, der findet.

Daraus ist unschwer zu folgern, dass die Teilnehmerschar im Schnitt über die 50 Jahre Lebensalter hinausgewachsen war. Sei es drum: Ein wunderbarer Tag nahm Fahrt auf und brachte uns durch den Lappwald, über Grasleben und Weferlingen nach Walbeck, Beendorf, Marienborn und zurück in die Kreisstadt. Kein Borkenkäfer oder Eichenprozessionsspinner stellte sich uns in den Weg.

Unter dem Oberthema „Grünes Band“ beidseits der ehemaligen Grenze zur DDR lagen das Apotheken- und Dorfmuseum in Weferlingen, das Freibad in Walbeck – mit Verteilung von Grundnahrungsmittel durch den so genannten Außendienst von Omas Küche – der Grenzlehrpfad (Beendorf) und die Gedenkstelle Deutsche Teilung Marienborn auf der Strecke.

Das Gebot der Stunde: ein Netzwerk für alle und alles

Die 36 Kilometer (plus 22 Kilometer An- und Rückfahrt aus dem Kreisdorf Räbke) haben sich gelohnt. Etwas gewöhnungsbedürftig waren lediglich die 45 Minuten Warte- und Stehzeit in Marienborn. Diese wiederum konnten übergreifend zur Kommunikation und zum Netzwerken genutzt werden. Wir Räbker sollten, wo es geht, stets körperlich und geistig dabei sein. Immer wieder mal ist auch Politik und Verwaltung ein Thema, selbst bei sportlicher Betätigung. Oder gerade da, denn nicht jeder atmet frei durch, wenn er den Lappwald hochhechelt. So bleibt dann manch eine starke Aussage unwidersprochen. Je nach persönlichem Fitnesszustand eine Chance, Punkte zu sammeln. Allein schon deshalb, weil ich in Gesprächen immer nur Helmstedt, Schöningen und Königslutter höre und die „echten“ Dörfer kaum noch vorkommen. Wir müssen überall am Ball bleiben.

CL

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