Aus der Arbeit der Kirchengemeinde

St. Stephani im 7-Mühlen-Dorf-Räbke-Foto CL

Kaum jemand weiß es oder nimmt es wahr: Sitzungen des Kirchenvorstandes sind öffentlich.
In Räbke wohnen gut 360 Christen der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, die vertreten werden wollen. Das ist in der heutigen Zeit im Verhältnis eine große Zahl.
Und bei den christlichen Gemeinschaften sind natürlich die Katholiken nicht zu vergessen, von denen ich für Räbke leider keine Daten zur Verfügung habe.

In der morgigen öffentlichen Vorstandssitzung von St. Stephani (31.07.2019) geht es u. a. um den Haushaltsabschluss 2018 für Pfarrgemeinde und Pfarrverband, um die Pfarrverbandsfahrt nach Blankenburg und um die zukünftigen Gottesdienste und Veranstaltungen im laufenden Kirchenjahr. Und sicher auch um die Fichten vor der Pfarre.

6.800 evangelische Christen haben der Ev.-luth. Landeskirche im Jahr 2018 den Rücken zugekehrt und sind ausgetreten. Für alle, die sich um den inneren Zusammenhalt unserer Gesellschaft sorgen, eine fatale Entwicklung. Selbst der Atheist Gregor Gysi sieht die Gefahr.

Wo liegen die Ursachen? Bei den Amtsträgern, die die Umstellung auf neuere Zeiten nicht wirklich verinnerlicht haben? Bei den Gemeindegliedern selber, die sich zwar kümmern, aber ihr Schiff nicht mehr steuern können und wollen? Im Relativismus und der Oberflächlichkeit der Zeit, geprägt durch Egomanie? Oder liegt es etwa daran, dass das ausgewogene Verhältnis zwischen Haupt- und Ehrenamt nicht mehr trägt oder sogar aus den Fugen geraten ist?

Das sind Fragen, die von unten nach oben und nicht andersrum, wie es uns die Staatsschauspieler in Amerika, jetzt auch in England oder in der Türkei, vormachen, beantwortet werden müssen.

„Unschlagbares Produkt – miese Vermarktung“

So ist ein Leitartikel in der Rheinischen Post vom 21. Juli 2019 überschrieben, berichtet der christliche Unternehmensberater Carl-Dietrich Sander. Hintergrund ist die Meldung, dass 220.000 Mitglieder im Jahr 2018 die evangelische Kirche verlassen haben – 23.000 mehr als noch 2017. Der kirchenpolitische Redakteur Lothar Schröder nimmt diese Meldung – und die parallele Meldung zu den 216.000 Austritten aus der katholischen Kirche ( 48.500 mehr als im Vorjahr) – zum Anlass für einen Kommentar.

Er schreibt, die Reaktionen der Kirchen auf die Austrittszahlen seien seit Jahren eingeübt und lauteten immer gleich. Diese Reaktionen seien „zu zahm, zu defensiv“. Weiter: „Die Kirchenflucht ist – etwas robuster formuliert – nicht hinzunehmen. Es gibt keinen Aspekt des christlichen Glaubens, der nicht ein wichtiger Kommentar zu unserer Zeit wäre; zu den Kriegen (Nächstenliebe), zum Klimawandel (Bewahrung der Schöpfung), zur Flüchtlingsfrage (Barmherzigkeit). Und wer die Zehn Gebote ernst nimmt und diese tatsächlich zu leben versucht, dürfte zwangsläufig zum Revolutionär werden.

„Seine abschließende Schlussfolgerung: „Doch alle, die nun clever und aus verständlichen Gründen, argumentieren, dass man ja ein gläubiger Christ auch ohne Kirchenzugehörigkeit sein könne, irren. Das Wesen des Glaubens ist und bleibt die Communio, die Gemeinschaft. Darum darf es nicht das Ziel sei, ihr aus Enttäuschung zu entfliehen, sondern sie bei allen Frustrationen reform- und zukunftsfähig zu machen. Der unschlagbaren Botschaft zuliebe.

„In der INITIATIVE WIRTSCHAFT“ (www.initiative-wirtschaft.de) versuchen wir einen kleinen Beitrag zu leisten im Sinne dieser Aufforderung von Herrn Schröder. Gerade auch mit Blick auf ein besseres Verständnis zwischen Wirtschaft und Kirche. Spannende Frage: Sind evtl. auch unsere Antworten in zu großem Maße „eingeübt“ und „lauten immer gleich“ – oder zumindest ähnlich?

Herzliche Einladung an alle Räbker zur Teilnahme an der Vorstandssitzung von St. Stephani! Reden Sie mit!

Aber lesen Sie vorher selber in der Tagesordnung.

CL

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