ML und Rotary Club Helmstedt: Familiärer Nachmittag in der Mühle

Zunächst Theorie und Praxis, dann Schöppenstedter Kuchen – Fotos CL

Es sind nicht immer dieselben und schon gar nicht die Gleichen, die aus dem Helmstedter Rotary Club in Richtung Räbke starten. Und an diesem Sonntagnachmittag (21.07.2019) kommt fast die Hälfte der Teilnehmer und Teilnehmerinnen sehr nachhaltig mit dem Radl in die neue Dorfmitte des 7-Mühlen-Dorfes und anschließend zur Mühle Liesebach (ML), die das eigentliche Ziel der rotarischen Gruppe war.

Zunächst jedoch gab es an Ort und Stelle der Ankunft eine eher unvollständige Einweisung und einige erweiterte Erläuterungen zum Dorfwettbewerb auf Bundesebene und zum Räbker Gewinn der Silbermedaille. Vorbei an Ortstafel und Ortsstein ging es dann mit Gruß gen Wohnstätte des Bürgermeisters über die Brücke in Richtung Mühlengrabengasse, nicht ohne den Angriff zweier nicht näher bekannter Kampfgänse abzuwehren. Bemerkung eines Besuchers: Das war der Grund, warum Räbke kein Gold geholt hat.

Doch der eigentliche Anlass des sonntäglichen Aufenthalts in der ML war ein familiäres Plaudern außerhalb der „Pflichtmeetings“ mit Kaffee, Kuchen und geistvollen geschichtlichen und technischen Einlagen. In diesem Fall speziell zur technischen Entwicklung der Mühle mit Räbke als Mahlort im Mittelalter, als Energieerzeuger aus Wasserkraft in der Gegenwart und als Teil der Räbker Mühlengeschichte mit einem ehemals bedeutenden Wirtschaftszweig, nämlich der Papierherstellung für die Universität in Helmstedt.

So sah die ML aus in 1236. „Mühlenpapst“ Rüdiger Hagen aus der Wedemark hat einmal mehr – diesmal sehr kurzfristig – sein Zeichenwerkzeug bewegt.

Dies alles vermittelte der Vorsitzende des Räbker Fördervereins Mühle Liesebach e. V. Klaus Röhr, der der Theorie auf der Leinwand einen Rundgang durch die dreigeschossige Mühle folgen ließ; begleitet vom schleifenden Geräusch der Transmission, die das Wasser aus dem Mühlengraben über das im Durchmesser 3,60 Meter umfassende Mühlenrad antrieb und fast alle Subsysteme der Müllerei in Gang setzte. Natürlich durfte der Blick auf das vom Mühlenverein angefertigte Modell des so genannten deutsche Stampfgeschirrs als einer Stufe zur Papierherstellung aus Leinen nicht fehlen.

Mühle mahlt, Tafel ist fixiert, Hildesheimer Rose wächst. Die Macher v.l.n.r. Klaus Achim Schiller, Wilhelm Schlüter, Christian Seidenkranz und Klaus Röhr

Ehe sich die Teilnehmer in den Schöppenstedter Kuchen vertieften, führten Präsident Christian Seidenkranz, Schatzmeister Klaus Achim Schiller und Wilhelm Schlüter die Endmontage eines wertvollen Kupfer-Schildes an der Außenwand über der Hildesheimer Rose durch. Diese war von Governor Udo Noack, einem Hildesheimer, bei seinem Besuch in Helmstedt für den Club gespendet worden. Sie landete eingepflanzt nicht in Helmstedt, sondern im „Kreisdorf“ Räbke. Ein wunderbares Signal für die Räbker, hat doch die in aller Welt bekannte Hildesheimer Rose am Weltkulturerbe Mariendom Kriege, Generationen und so manche gesellschaftlichen Stürme überstanden.
Mit lockeren Gesprächen zum Dorfwettbewerb und für zwei Teilnehmer mit der Fahrradfahrt zur neuen, vom Rotary Club mitfinanzierten Streuobstwiese „Im Sommerwinkel“ endete der bunte Nachmittag.

Rotarische Familie mit Schutzhund. Foto Klaus Röhr

Nachtrag: Eine der grundlegenden Säulen von Rotary ist die Zugehörigkeit der Clubmitglieder zu unterschiedlichen Berufsklassen mit stark variierenden Erfahrungen und der allgemeine Wille zum Dazulernen. Den haben wir Räbker auch. Ein Clubmitglied aus dem Südkreis hat den wertvollen Hinweis gegeben, dass die Pferdeschwemme neben dem Dorfstein für Pferde zu glatt und der Boden um die Hildesheimer Rose zu lehmhaltig sei, mithin der Mutterbodenanteil (Humus) zu gering sei. Wir geloben Besserung!

Nicht nur Udo Noack, letztjähriger Governor Distrikt 1800, freut sich.

CL

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