Der Tag danach – Hoffen auf den 11. Juli: Welches Metall glänzt?

Irgendeiner wartet immer. Kommission in der Annäherung. Fotos CL

In Räbke ist die sprichwörtliche Ruhe nach dem Feiertag 2. Juli eingekehrt. Es scheint, dass das Dorf und mit ihm sein „Zukunftsteam“, wie Redakteur Dirk Fochler den AK Dorfentwicklung umschrieb, durchatmet. Eine einprägsame, individuelle Übung für Achtsamkeit und Entspannung im Dorfverkehr: den für die Bundesbewertungskommission konzipierten Rundweg allein gehen oder mit dem Fahrrad langsam abradeln. Hat was und vermittelt den Eindruck von großer Ruhe und Friedlichkeit. Den Weg findet man hier im Räbke-BLOG.

Punktlandung auf die Minute

Ein bisher gehütetes Bonner Geheimnis lüftete sich bei Ankunft der Kommission auf dem Thie von selbst. Als Vorsitzender entstieg dem Maxi-Bus mit dem intensiven Werbeaufdruck Dr. Reinhard Kubat, Landrat aus Hessen, dem nach dem Bürgermeister jeweils die ersten und letzten Worte der Drei-Stunden-Veranstaltung zustanden. Die dreizehnköpfige Jury wurde durch zwei Damen aus der BLE-Geschäftsstelle (Ländlicher Raum) ergänzt. Die Regeln des Dorfwettbewerbes sind durchdacht und hart. Zeitvorgaben müssen eingehalten werden. Drei Stunden belaufen sich auf wirkliche 180 Minuten. Und so stand der Bus mit menschlichem Inhalt etwa 10 Minuten in Lelm auf dem Wartegleis, um die Ankunftszeit und den Start ab 09:30 Uhr auch peinlichst genau einzuhalten. Die Stoppfunktionen auf den heimischen Smartphones liefen sich langsam warm.

Freundliche Blicke der Jury. Blieb auch so. Vorne rechts Dr. Reinhard Kubat.

15 Stationen (ohne Abschluss im JuG) waren vom AK Dorfentwicklung geplant und vorbereitet. Eine Menge Holz mit Inhalt für einen Thematischen Dorfrundgang, der auch noch zeitbegrenzt war. Zwischendurch war Zweifeln angesagt. Jeder, aber auch jeder noch so kurze Beitag schien zu lang. Mit klugem Zeitmanagement und exakter Planung haben wir es geschafft, hatten sicher dabei auch Hilfe von oben, zumindest beim Wetter, denn die Hitze hielt sich in Grenzen und der manchmal böige Wind war auszuhalten. Jedenfalls von Mensch und Tier.
Ein Pavillon jedoch, von Dorothee Borkam ausgeliehen, der auf dem ehemaligen Spierlingschen Hof und jetzt Räbker Schunterquartier zur Unterstützung der Vortragenden positioniert war, kam trotz Backsteinlast ins Fliegen und wurde demoliert. Da hilft nur die Gemeindeversicherung und eine gesunde Rechnungsabteilung in der Samtgemeinde-Verwaltung.

Der Landrat und die Papiermacherin: Geschichten aus Räbke.

Eine gewisse, Spannung erzeugende Aufbruchstimmung war bei allen Sprechern und „Mitläufern“ zu spüren. Sie legte sich, als beim Ansteuern der Dorfmitte die lange Schlange beim Bäckerwagen erkennbar war. Die Mitglieder der Kommission waren überaus gut präpariert. Man merkte an den Fragen und Bemerkungen, dass unsere schriftliche Vorarbeit, Bewerbungsunterlagen genannt, inklusive Leitlinde und Räbker Lied, auf dankbare Leser gestoßen war. Das hat alle Dorfschriftsteller gefreut, denn die Denk- und Formulierungsarbeit war nicht von schlechten Eltern und „kostete“ viel Zeit.

Wirtschaftsleistung in Räbke, präsentiert auf dem Hof Buchholtz.

Es hat sich gelohnt

Der Auftritt und die ausgeübte Wirkung der Sprecher kann sich sehen lassen, war vorbildlich. Authentisch umgesetzte Ideen der Arbeitsgruppen, „die Braut hat sich hübsch gemacht, aber keine Liebe vorgegaukelt“, methodische Vielfalt, notwendige Zurückhaltung im Umgang mit den Juroren, fachmännisch beantwortete Fragen, kein übergroßer Zeitdruck, kein Kapern der Jurymitglieder durch geschwätzige Paten.

Am Rande bemerkt: Ein besonderes Lob erhielten unsere unbefestigten Wege und Pfade und das naturnahe Dorfgrün. Wer hätte vor dem Wettbewerb geahnt, dass Brennnesseln am Wegrand ein Börde-Dorf nach vorn bringe? Die eigene Lernfähigkeit ist nicht klein, wenn der Wille dazu vorhanden ist. Ich glaube, Sabine Dralle von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hatte mit ihrem Workshop einen erheblichen Anteil an dem veränderten Gedankengut.

Dreimal Sonderlob, Rest wird verschwiegen

Ich möchte nicht in den Fehler verfallen, in einer Dankorgie – gerichtet an die vielen beteiligten Köpfe -, den neuen Räbker Feiertag damit zusätzlich zu veredeln. Es war eine riesige, gelungene Gruppenleistung!

Gemeinsam.Von uns.Für uns

Drei Ausnahmen mache ich und enthalte mich in diesen Fällen nicht des Lobes. Die beiden Jüngsten, Gian-Luca Bäthge und Ahmed Aljiemaili (in Fachkreisen besser bekannt unter Ahmed II), haben in kurzer, beeindruckender Form ihr Unternehmen Elektrotechnik Ohlemann als Auszubildende präsentiert. Toll! Und Martin Ohlemann hat mit seinem Team am Vortag alle handwerklichen Restarbeiten im Dorf erledigt und unsere Unterlassungen gerade gezogen. Dabei hat das ein oder andere Gerät seines Trupps sogar den Geist aufgegeben.
Besonders beachtenswert ist auch, dass das Start-Up Elm-Börde-Mobilität aus Schöningen (Jaqueline Brietenhagen und Frank Schließer) vier E-Bikes für die „Touristiker“ der Kommission unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat. Das Schöne daran: Die Idee von Jens Schliebs ging auf; das Angebot wurde wahrgenommen. Mühle 1 und 2 sowie Freibad, Campingplatz, unser seichter Tourismus und mehr wurden von den Fachleuten per E-Bike erobert und fließen sicher nicht zum Nachteil in die Bewertung ein.
Der positive Gesamteindruck im Dorf verstärkte sich noch durch das lebendige Treiben von Mensch und Tier überall auf der Strecke und beim Grillfest am JuG. Das ist zusätzlich ein Danke wert.

Nochmals geballte Konzentration und Energie. Abschlussbriefing im JuG.

Unsere Fehlerquote am 2. Juli war überschaubar. Es war ein großer Tag für unser Dorf und die Menschen, die daran mitgewirkt oder teilgenommen haben und hoffentlich für alle Räbker.
Unser neuer „Siegerstein“, der ebenso punktgenau 30 Minuten vor Ankunft der Kommission durch die Firma Orendi, Rottorf, auf Glanz gebracht wurde, ist der Anlass, dass wir ein nächstes Mal gemeinsam feiern wollen.

In der neuen Mitte von Räbke.


Am Donnerstag, 11. Juli 2019, wird das Ergebnis im Bundeswettbewerb offiziell bekanntgegeben. Das nimmt die Gemeinde zum Anlass, den Stein als weiteres, neues Erkennungszeichen der Räbker Dorfmitte einzuweihen. Die genaue Zeit des Beginns wird im Räbke BLOG nachgereicht.

Gen 12:30 Uhr war alles vorbei und Rainer Angerstein und Simone Köpnick konnten eine froh gelaunte Bundesbewertungskommission nach Garlitz in Brandenburg verabschieden. Ihr zweiter Einsatz am Räbker Feiertag.

Ist die Zukunft golden oder goldig?

Das anschließende Grillfest der Gemeinde dauert mit Abräumen noch gut neun Stunden und wurde lediglich durch einen Banksturz (nicht Fenstersturz) ohne Folgen und das Ausgehen des Bieres (kurz) unterbrochen. Ich glaube, die Quote ist stimmig: 3 Stunden Bundeswettbewerb und 9 Stunden feiern. Wir Räbker waren schon immer maßvolle Genießer.

Was habe ich vergessen? Das Räbker Lied, jedenfalls die 1. Strophe – vorgetragen vom Laienchor des AK Dorfentwicklung – klang perfekt. Hätten wir die 2. Strophe gesungen, wäre die Kommission geblieben.

CL

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