Es summt und brummt, wenn Räbkes Blumen blühen – Bienenhotel eröffnet

Bienenhotel zweigeschossig mit ausgebautem Dach. Fotos CL

Nachdem Ralf Lünse wie so oft die hölzerne Vorarbeit leistete und die neue Blumenwiese gelb, blau und orange zu blühen beginnt, hat ein Teil der breit aufgestellten Wildbienen-Population in der Friedhofsecke Nordost (FENO) die ersten Einzelzimmer bezogen. Das Dachgeschoss ist bereits gut belegt. Die Zimmer wurden von Swantje Jensen möbliert.

Die AG Blüh nahm am vergangenen Mittwoch (12. Juni) noch einmal Maß. Feldsteine aus der Räbker Feldmark, eine Karre Kies und verschiedene Werkzeuge (für individuelle Schweiß treibende Handarbeit) lagen oder standen bereit. Gabi und Christoph Wäterling hatten vorgearbeitet. Ihr Arbeitsmotto: Vordenken, und gute Taten müssen exakt vorbereitet sein.

Maß nehmen: mit Auge, Wasserwaage und Gefühl.

Die Arbeitsabläufe umfassten: Ein kleines Fundament mit Elmkalksteinen, durch Kies verbunden und aufgelockert, mit leichter Neigung in Südrichtung zum Regenwasserablauf aus den Stockwerken schaffen, und das bereit stehende Hotel mit weiteren Steinen beschweren.
So hofft man, den direkten Auswirkungen des Klimawandels auf das regionale Wetter mit Gewitterstürmen und -schauern zu widerstehen und den Bienen auch „the day after“ ein Zuhause zu bieten. Jedenfalls habe ich das aus der Einweihungsrede der AG Blüh entnommen. Hoffentlich verwechsele ich das nicht mit Aussagen einer Parteitagsrede.

Die Innenarchitektur muss stimmen: Wohlfühlfaktor für die Wildbienen.

Bereits am zweiten Tag war das 1. Stockwerk ausgebucht (www.hotel-feno.de). Obwohl man die Website im Internet gar nicht findet …

Der 2. Akt des Morgens am 12. Juni war zeitraubender, weil es nicht um lebende Geschöpfe ging, sondern um Holzbänke. Wie sollen die von Roland Grewe gefertigten Eichenbänke in der Nähe der Blumenwiese zueinander stehen? 90 Grad-Winkel oder 45,5 Grad? Im Schatten unter der Birke oder als verbindendes Element zwischen Birke und Blumenwiese? Um nur einige der Grundsatzfragen in diesem Zusammenhang zu nennen. Inzwischen ist die Entscheidung gefallen. „Standsteine“ sind eingerodet, die Bänke sind vor Bodenfeuchte weitestgehend geschützt, und die Blickrichtung der Bank-Sitzer ist (vorerst) festgelegt.

Auf festem Fundament: Altersruhesitz für die AG Blüh. Foto Gabi Wäterling

Ich bin sicher, dass die „Bienenecke“ ihren gedachten Zweck erfüllen wird. Für Mensch und Tier. Wer nicht überzeugt ist, höre sich bei seinem nächsten Friedhofbesuch das „Brumseln“ in der Nordostecke an.
Unser Friedhof wird dadurch noch einmal mehr ein Ort des alle Sinne erfassenden Austausches, der natürlichen Geräusche, aber auch der allmächtigen Ruhe. Ein Ort des Zwiegespräches zwischen Mensch, Tier, Natur; ein Ort zum Ausspannen und der Kontaktaufnahme, nicht nur für ältere Menschen.

Ich kann mir gut vorstellen, die Fläche der Bienenweide im kommenden Jahr ein Stück auszuweiten. Vorausgesetzt, es gibt genug Mitmacher. Allerdings sind da meine Bedenken eher gering.

CL

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